Stiftung Warentest: Depot gegen Crash absichern
Auch, wenn der erwartete Crash an den Märkten bislang ausgeblieben ist: Die Unsicherheit bleibt groß. Stiftung Warentest hat daher untersucht, wie man sein Depot gegen große Verwerfungen absichern kann.
Kriege, eine mögliche KI-Blase und zu allem Übel auch noch Donald Trump: Die Welt ist unsicherer geworden. – Und damit ist auch das Risiko an den weltweiten Kapitalmärkten gestiegen.
Während institutionelle Anleger durch steigende Cash-Reserven und Edelmetalle sich auf drohende größere Korrekturen abzusichern, ist das für die allermeisten Kleinanleger und -anlegerinnen keine gute Option. Im Übrigen auch eine, die sich in der Vergangenheit nur selten bezahlte.
Um dennoch angemessen auf Crashs zu reagieren, hat Stiftung Warentest untersucht, mit welcher Strategie sich in der Vergangenheit am besten auf Drawdows reagieren ließ:
- Gleitende Durchschnitte
- Relative Stärke
- Volatitlitäsbänder
- und: eine eigene Strategie „Dip-Ausstieg & Crash-Einstieg“
Was überrascht: Die geläufigen Strategien mit gleitenden Durchschnitten, relativer Stärke oder Volatilitätsbändern sind gnadenlos durchgefallen: Entweder wurde zu spät auf einen Kursrutsch reagiert oder der Wiedereinstieg erfolgte zu spät. In der Konsequenz hätte man in all diesen drei Strategien den Crash einfach aussitzen können.
Einzig die eigens entwickelte Strategie „Dip-Ausstieg & Crash-Einstieg“ hätte Kursverluste abfedern können.
Die Idee:
- verkaufe bei Unterschreiten einer ersten Schwelle: -x% unter dem letzten Hoch
- kaufe bei Unterschreiten einer zweiten Schwelle -y% unter dem letzten Hoch
So können Kursverluste systematisch begrenzt werden und ein rechtzeitiger Wiedereinstieg beschert bei richtigen Crashs eine deutliche Outperformance.
Diese Idee hat Stiftung Warentest mit 172 Varianten durchgespielt; Am besten funktionierten Kombinationen mit einem Ausstieg bei etwa -15% bis -25% unter dem letzten Hoch und ein Wiedereinstieg zwischen -45% bis -60% unter dem letzten Hoch.
Bei einem Anlagezeitraum zwischen 1990 und 2025 hätte diese Strategie mit Ausstieg bei -23% und Wiedereinstieg bei -56% unter dem jeweils letzten Hoch für eine Outperformance ggü. dem MSCI-World von in der Spitze 200% bedeutet.
Fazit
Absolute Sicherheit gibt es bei Wertpapieren nicht und der nächste Crash steht womöglich vor der Tür.
Du hast zwei Möglichkeiten damit umzugehen:
Entweder du sitzt es stumpf („buy & hold“) aus. Oder du suchst dir eine Strategie, um Verlust zu begrenzen.
Die Strategie von Stiftung Warentest zeigt, dass es eine solche Strategie grundsätzlich gibt. Stiftung Warentest zeigt aber auch auf: Die Strategie funktioniert(e) nur bei echten Crashs, wie der Dotcom-Blase oder der Finanzkrise 2008. In allen anderen (kürzeren) Bärenmärkten hätte auch diese Strategie kaum Outperformance gebracht. – Dafür aber Arbeit für Monitoring und Transaktionen und realisierte Steuern.
Den gesamten Artikel gibt es in Stiftung Warentest Finanzen, Ausgabe 2/2026 oder online.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der persönlichen Dokumentation und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Alle Einschätzungen spiegeln lediglich meine persönliche Meinung wider. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.