Sharpe-Ratio
Kurz erklärt
Die Sharpe-Ratio ist eine Kennzahl, die die Rendite einer Anlage oberhalb des risikofreien Zinses ins Verhältnis zu ihrer Schwankungsbreite setzt und damit die risikobereinigte Rendite misst.
Die Formel lautet: Rendite der Anlage minus risikofreier Zins, geteilt durch die Volatilität. Zwei Anlagen mit gleicher Rendite unterscheiden sich damit danach, wie viel Schwankung dafür in Kauf genommen wurde.
Erwirtschaftet ein Fonds 9 Prozent bei 3 Prozent risikofreiem Zins und 12 Prozent Volatilität, ergibt sich eine Sharpe-Ratio von 0,5. Ein Wert über 1 gilt gemeinhin als gut, ein negativer bedeutet, dass die Anlage schlechter abgeschnitten hat als eine risikofreie Alternative.
Grenzen
Die Kennzahl behandelt Aufwärts- und Abwärtsschwankungen gleich – starke Kurssprünge nach oben verschlechtern sie ebenso wie Verluste. Wer nur das Verlustrisiko bewerten will, greift zur Sortino-Ratio.
Zudem unterstellt sie eine normalverteilte Renditeverteilung. Bei Strategien mit seltenen, aber extremen Verlusten sieht die Sharpe-Ratio jahrelang hervorragend aus, bis das Risiko eintritt. Vergleiche sind nur bei identischem Zeitraum und identischem risikofreiem Zins zulässig.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.