Menschen, die ihre Emotionen nicht kontrollieren können, sind von Gewinnen an der Börse ausgeschlossen.

Benjamin Graham

Graham widmete diesem Thema ein eigenes Kapitel in „The Intelligent Investor" (1949) und führte dafür die Figur des „Mr. Market" ein: einen launischen Geschäftspartner, der jeden Tag einen anderen Preis für dieselbe Beteiligung nennt – mal euphorisch hoch, mal verzweifelt niedrig. Wer ihm blind folgt, statt ihn nur als Angebot zu nutzen, wird von ihm bestimmt statt selbst zu entscheiden.

Für Anleger ist das die Grundlage jeder Regel gegen Panikverkäufe und Euphoriekäufe: Nicht der Kurs an einem einzelnen Tag ist die relevante Information, sondern der eigene, vorher festgelegte Maßstab. Diszipliniertes Rebalancing und feste Sparpläne sind praktische Wege, diesen Maßstab gegen die eigene Tagesstimmung durchzusetzen.

Wahrheitsgehalt: durch die gesamte verhaltensökonomische Forschung seit den 1980ern gut untermauert. Verlustaversion, Herdenverhalten und Selbstüberschätzung gehören zu den am besten dokumentierten Verzerrungen überhaupt und erklären einen erheblichen Teil der Renditelücke zwischen dem, was ein Fonds erwirtschaftet, und dem, was seine Anleger davon tatsächlich behalten.

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