Nettoinventarwert
Kurz erklärt
Der Nettoinventarwert ist der Wert des gesamten Fondsvermögens abzüglich Verbindlichkeiten, geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile.
Er wird meist mit der englischen Abkürzung NAV bezeichnet und gibt den rechnerisch fairen Wert eines Fondsanteils an. Bei klassischen offenen Fonds wird er einmal börsentäglich ermittelt; Kauf und Rückgabe erfolgen zu diesem Preis, beim Kauf zuzüglich eines etwaigen Ausgabeaufschlags.
Bei ETFs
Hier entsteht eine Besonderheit: ETFs werden fortlaufend an der Börse gehandelt, während der NAV nur einmal täglich feststeht. Zur Orientierung während der Handelszeit veröffentlichen Anbieter deshalb einen fortlaufend geschätzten Wert, den iNAV.
Der Börsenkurs eines ETF kann vom NAV abweichen. Meist ist der Unterschied minimal, weil autorisierte Handelsteilnehmer Abweichungen durch Erzeugung oder Rücknahme von Anteilen ausgleichen. In turbulenten Marktphasen oder wenn die zugrunde liegenden Börsen geschlossen sind, kann die Differenz jedoch spürbar werden.
Praktischer Nutzen
Vor größeren Orders lohnt der Abgleich zwischen aktuellem Börsenkurs und iNAV. Liegt der Kurs deutlich darüber, ist der Zeitpunkt für einen Kauf ungünstig gewählt.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.