Börsenerfolg ist eine Kunst und keine Wissenschaft.
André Kostolany
Kostolany hatte ein wirtschaftswissenschaftliches Diplom und bewahrte es nach eigener Aussage mit dem Kommentar in der Schublade auf, Volkswirtschaft sei keine Wissenschaft. Sein Punkt: Zahlen erklären die Vergangenheit, aber die Börse handelt Zukunft – und die entsteht aus Erwartungen, Stimmungen und Liquidität.
Für Anleger heißt das: Kennzahlen aus der Fundamentalanalyse oder Signale der technischen Analyse sind Ausgangspunkt einer Entscheidung, nicht ihr Ersatz. Kein Modell nimmt einem die Frage ab, welches Risiko man tragen will.
Wahrheitsgehalt: halb. Seit Kostolanys Zeit hat die empirische Finanzmarktforschung eine Menge belastbar gezeigt – zu Kosten, Streuung und Faktorprämien. Ironischerweise spricht gerade diese Forschung gegen die „Kunst““: Die SPIVA-Auswertungen von S&P Dow Jones Indices belegen seit über zwanzig Jahren, dass die große Mehrheit aktiver Fonds ihren Vergleichsindex langfristig verfehlt. Kunst ist Börsenerfolg vor allem im Umgang mit sich selbst – im Handwerk ist er erstaunlich gut vermessen.
