Wenn es um Geld geht, gibt es nur ein Schlagwort: MEHR!
André Kostolany
Kostolany war kein Moralist, sondern Beobachter. Der Satz ist eine Zustandsbeschreibung der Märkte, keine Empfehlung: Wer verstehen will, warum Kurse übertreiben, muss die Gier als Antrieb ernst nehmen. In seinem berühmten „Ei-Modell““ ist genau das die Übertreibungsphase, in der die Nachfrage nicht mehr von Argumenten, sondern von der Angst getrieben wird, zu wenig abzubekommen.
Für Anleger ist der Satz eine Warnung. „Mehr““ ohne definiertes Ziel führt zu Renditejagd, zu häufigem Umschichten und zu Risiken, die nicht zur eigenen Situation passen. Ein Portfolio braucht ein Ziel, keinen Superlativ – daraus ergeben sich Aktienquote, Anlagehorizont und erwartete Rendite.
Wahrheitsgehalt: Als Beschreibung menschlichen Verhaltens trifft der Satz zu. Als Handlungsmaxime ist er widerlegt: In der Studie von Barber und Odean blieben die aktivsten Privatanleger jährlich um mehrere Prozentpunkte hinter dem Markt zurück. „Mehr““ wollen und „mehr““ bekommen sind an der Börse zwei verschiedene Dinge.
