Jede intelligente Investition ist Value Investing. Man bekommt mehr, als man bezahlt. Man muss das Unternehmen bewerten, um die Aktie zu bewerten.

Charlie Munger

Munger wandte sich mit diesem Satz gegen die verbreitete Vorstellung, Value Investing sei nur ein Stil unter mehreren, der niedrigen Kennzahlen wie dem KGV folgt. Sein Punkt: Jede vernünftige Kaufentscheidung beruht letztlich darauf, mehr Wert zu bekommen, als man bezahlt – auch bei einem teuer wirkenden Growth-Wert.

Für Anleger löst der Satz eine scheinbare Debatte auf: Die Unterscheidung zwischen „Value" und „Growth" ist vor allem eine Frage, wo der Wert eines Unternehmens herkommt – aus heutigen Gewinnen oder aus künftigem Wachstum –, nicht ob überhaupt bewertet wird. Ohne eine Einschätzung des Geschäfts bleibt jeder Aktienkauf eine Wette auf den Kurs statt auf das Unternehmen.

Wahrheitsgehalt: konzeptionell überzeugend, aber auch eine bequeme Umdeutung. Munger und Buffett nutzten den Satz auch, um ihre spätere, deutlich wachstumsorientierte Anlage in Unternehmen wie Apple sprachlich mit ihren Value-Wurzeln zu versöhnen. Inhaltlich richtig bleibt er trotzdem: Bewertung ist immer Voraussetzung, unabhängig vom Etikett.

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