Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
Kurz erklärt
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie und zeigt damit, wie viele Jahresgewinne im aktuellen Kurs eingepreist sind.
Die Rechnung ist einfach: Aktienkurs geteilt durch Gewinn je Aktie. Bei einem Kurs von 60 Euro und einem Gewinn je Aktie von 4 Euro beträgt das KGV 15. Anschaulich bedeutet das: Bei gleichbleibendem Gewinn bräuchte das Unternehmen 15 Jahre, um den Kaufpreis zu erwirtschaften.
Vergangenheit oder Zukunft
Das nachlaufende KGV rechnet mit dem zuletzt berichteten Gewinn und ist damit belastbar, aber alt. Das erwartete KGV nutzt Analystenschätzungen für das laufende oder kommende Jahr – aktueller, dafür abhängig von Prognosen. Beide Varianten kursieren unter demselben Namen, weshalb bei Vergleichen zwischen Datenquellen Vorsicht geboten ist.
Was ein hohes oder niedriges KGV bedeutet
Ein hohes KGV bedeutet, dass der Markt kräftiges Gewinnwachstum erwartet. Ein niedriges kann auf Unterbewertung hindeuten – oder darauf, dass sinkende Gewinne erwartet werden. Der Begriff "Value-Falle" beschreibt genau diesen Fall.
Grenzen
Bei Verlusten ist das KGV nicht aussagekräftig. Zwischen Branchen ist es unbrauchbar: Software- und Versorgerunternehmen haben strukturell unterschiedliche Niveaus. Einmaleffekte im Gewinn verzerren es, und die Verschuldung eines Unternehmens bleibt völlig unberücksichtigt. Sinnvoll ist es deshalb im Vergleich zur eigenen Historie, zu direkten Wettbewerbern und neben anderen Kennzahlen. Für ganze Märkte wird ergänzend das über zehn Jahre geglättete Shiller-KGV verwendet.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
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