Rating
Kurz erklärt
Ein Rating ist die von einer Ratingagentur vergebene Bewertung der Kreditwürdigkeit eines Schuldners und damit eine Einschätzung des Ausfallrisikos.
Bewertet werden Unternehmen, Staaten und einzelne Anleihen. Die drei marktbeherrschenden Agenturen sind Standard & Poor's, Moody's und Fitch.
Die Skalen
S&P und Fitch reichen von AAA über AA, A, BBB, BB, B, CCC bis D für den eingetretenen Zahlungsausfall; Moody's verwendet Aaa, Aa, A, Baa und so weiter. Feinabstufungen erfolgen über Plus- und Minuszeichen beziehungsweise Ziffern.
Investment Grade und High Yield
Die entscheidende Grenze verläuft bei BBB- beziehungsweise Baa3. Alles darüber gilt als Investment Grade, alles darunter als High Yield oder umgangssprachlich Ramschanleihe. Die Einstufung hat unmittelbare Folgen: Viele institutionelle Anleger dürfen nur Investment Grade halten, weshalb eine Herabstufung über diese Schwelle Zwangsverkäufe auslösen kann.
Wirkung und Kritik
Je schlechter das Rating, desto höher der Zins, den ein Emittent bieten muss. Kritisch gesehen wird das Geschäftsmodell: Bezahlt werden die Agenturen von den bewerteten Emittenten selbst. In der Finanzkrise ab 2007 erwiesen sich Bestnoten für strukturierte Produkte als grob fehlerhaft. Ein Rating ist eine Meinung über Wahrscheinlichkeiten – keine Garantie und kein Ersatz für eigene Prüfung.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
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