Reverse Split
Kurz erklärt
Ein Reverse Split ist die Zusammenlegung mehrerer Aktien zu einer einzigen, wodurch sich der Kurs entsprechend erhöht und die Zahl der Aktien verringert.
Bei einem Verhältnis von 10:1 werden aus zehn Aktien zu je 2 Euro eine Aktie zu 20 Euro. Depotwert und Beteiligungsquote bleiben unverändert – wie beim Aktiensplit handelt es sich um eine rein rechnerische Maßnahme, nur in umgekehrter Richtung.
Die typischen Anlässe
Börsen setzen Mindestkurse für die Notierung in bestimmten Segmenten; an US-Börsen ist ein Dollar eine gängige Schwelle. Rutscht ein Kurs dauerhaft darunter, droht der Ausschluss vom Handel. Ein Reverse Split hebt den Kurs über die Marke, ohne dass sich am Unternehmen etwas ändert.
Hinzu kommt ein Imageaspekt: Sehr niedrige Kurse gelten als Merkmal von Pennystocks, und viele institutionelle Investoren dürfen solche Werte nicht halten.
Wie Anleger das lesen sollten
Ein Reverse Split behebt kein operatives Problem, er kaschiert dessen Sichtbarkeit. Empirisch entwickeln sich Aktien nach einer Zusammenlegung im Durchschnitt unterdurchschnittlich. Er ist deshalb weniger eine Kursmaßnahme als ein Hinweis darauf, dass es zuvor erhebliche Verluste gegeben hat.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.