Die Welt brennt … Und was machen wir?
Meinung keine Anlageberatung 2

Die Welt brennt … Und was machen wir?

Wer bislang dachte, dass die Klimakrise an uns vorbeiziehen würde, wird spätestens jetzt eines Besseren belehrt. Aber die Reaktion: Symptome bearbeiten.

Europa trocknet aus. Die Welt brennt. Menschen sterben.
Das alles ist kein „normaler Sommer“. Nein, das sind die direkten Folgen des menschengemachten Klimawandels. Sage nicht ich, sagen Expertinnen und Experten und zeigen die Daten.

Nun könnte man meinen, dass endlich auch die aufwachen, die bislang wie Teflon jedes noch so gute Argument, jede wissenschaftliche Expertise oder jedes Appellieren an die Vernunft an sich abprallen ließen. Die Hoffnung stirbt zuletzt …

… und wird dennoch direkt zerstört:

  1. Unser Kanzler will – angesprochen auf die tausenden Hitzetoten – „die Lage beobachten und ggf. auch etwas sagen.
  2. Die Binnenschiffer wollen den Rhein ausbaggern lassen.
  3. Und die Bauern fordern mal eben weitere Subventionen auf Agrardiesel, um Ernteausfälle zu kompensieren.

Während 1) noch nachvollziehbar bleibt – Merz bleibt sich treu – will ich mir bei 2) und 3) einfach nur noch ein Brett vor den Kopf nageln. Statt endlich mal zu erkennen, das wir alle gemeinsam etwas gegen die Ursachen der Klimakrise tun müssen, versuchen wir die Symptome zu behandeln. Nein, nicht mal das: Wir wollen noch mehr billigen Diesel, als sei der gar nicht Teil des Problems.

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Was hat das alles mit meinem Depot zutun?

„Ja, und was hat das mit mir zutun?“ könnte man nun fragen. Auf der moralischen Ebene fände ich das bedenklich, bezogen auf’s eigene Depot ist die Frage schon aber gerechtfertigt.

„Profiteure“ der Klimakrise

Es gibt Menschen und Medien, die wollen „die Klimakrise auch als Chance verstehen“, mit den richtigen Picks von der Klimakrise profitieren zu können.
Ich finde das muss man differenziert betrachten.

Einerseits sind da die Unternehmen, die überproportional von Klimafolgenanpassungen oder der Transformation der Energiewirtschaft o.ä. profitieren: Vieles im Bereich der erneuerbare Erzeugung von Energien. Unternehmen, die das Recycling von Wertstoffen unterstützen. Versicherer und Rückversicherer. Saatgut-Unternehmen.

Das alles kann bestimmt einen Wert sein, wenn man ein bisschen Extra-Rendite aus dem eigenen Portfolio rausholen will.

Aber dann wäre es nur konsequent, auch einen kritischen Blick auf’s bestehende Portfolio zu werfen: Wie viel Öl und Kohle steckt noch in meinen ETFs? Warum zählen gerade die Fossil-Dinos zu den besten Dividenden-Zahlern und wie werde ich die los?

ESG ETFs als Ausweg? Nö.

Man könnte ja auf die Idee kommen und einfach auf ESG ETFs zu setzen. Immerhin gibt es ja z. B. auch solche mit hohen Ausschüttungsrenditen, die sich dennoch ein Nachhaltigskeitssiegel verpassen.

Hier lohnt es sich aber, genauer hinzuschauen. Etwa in die Factsheets der ins Auge gefassten ETFs. All diejenigen, die sich Nachhaltigkeit aufs Deckblatt schreiben, müssen dort nämlich genau aufführen, warum sie denn so nachhaltig sind.
So richtig einheitlich ist das aber nicht.

Während einige nur auf Standards wie den „SFDR Article 8“ verweisen, referenzieren andere z. B. auf das „MSCI ESG Fonds Rating“. Das klingt ja nett. Und es klingt auch nett, wenn dieses Rating ein „A“ ausweist. Problem: Die Skala geht von AAA bis CCC. A ist also nur besserer Durchschnitt.

Und noch absurder wird es, wenn der Blick auf „MSCI-Daten zum impliziten Temperaturanstieg (+0-3,0°C)“ fällt. Da gibt es dann ESG ETFs mit der Angabe „>2,5-3,0° C“. Heißt: Klima ist uns eigentlich scheiß egal.

Das Problem – nach wie vor: ESG heißt eben nicht nachhaltig im Sinne der Ressourcen unserer Welt. Sondern nur höhere Standards in sozialen und gesellschaftlichen Bereichen. Nicht ganz so schlimm wie die anderen, aber eben auch kaum besser.

Und jetzt?

Wenn du wirklich nachhaltig in dem Sinne investieren willst, dass deine Investments die Klimakrise nicht noch weiter verschärfen, musst du genauer hinschauen.

Es gibt einige ETFs (Beispiel 1, Beispiel 2), die deutlich bessere Kriterien erreichen und Öl, Gas und Kohle auch explizit ausschließen oder sich z. B. den Kriterien der Klimaabkommen von Paris unterwerfen.

„Problem“: Die Rendite ist hier aktuell etwas geringer als im breiten Markt, die Volatilität etwas höher.
Aber wer weiß schon, wie das in Zukunft aussieht?

Wie investierst du, um der Klimakrise zu begegnen?

Ich freue mich auf deine Meinung und Erfahrungen in den Kommentaren!

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Adrian

Über dieses Depot Tagebuch von

Adrian

Seit 2017 und damit viel zu spät, bin ich an der Börse. Seitdem versuche ich die verpassten Jahre aufzuholen. – Sowohl beim Wissen als auch bei der Rendite. Meine Lernkurve ist steil, manchmal zu steil. Und um dir und anderen meine Fehler zu ersparen, dokumentiere ich hier auf monatlicher Basis meine Depotentwicklung, kommentiere Marktereignisse oder teile spannende Informationen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der persönlichen Dokumentation und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Alle Einschätzungen spiegeln lediglich meine persönliche Meinung wider. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.

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