Die sunk cost Falle – Wie du schlechtem Geld kein gutes hinterher wirfst
Strategie keine AnlageberatungKennst du das: Du investierst in eine Verlustaktie noch mehr Geld, um den Verlust auszugleichen? Möglicherweise steckst du in der sunk cost Falle.
Ein wahrer homo oeconomicus, das wären wohl gern die meisten von uns: Frei von Emotionen nur rationale Investitionsentscheidungen treffend, auf möglichst vollständige Informationen zugreifend und im Wissen über die Folgen handeln. Also jemand, der nur die besten Investitionsentscheidungen trifft und so die eigene Rendite maximiert.
Ja, das wäre was …
Allerdings dürften die meisten von uns weit von diesem Zustand entfernt sein. Ich jedenfalls bin es!
Als ich mit dem Investieren angefangen habe, waren kleine Sünden an der Tagesordnung. Totalverlust bei Wirecard, weil wird schon wieder. Quelle: Trust me, bro.
Bei PayPal raus, um 100 € Gewinn zu realisieren und dann zum Corona High wieder rein um nach 5 Jahren 1.000 € Verlust zu realisieren. Verlust beim Optionsschein verdoppelt, weil sich der Chart bestimmt wieder dreht.
Ich habe vermutlich die meisten Themen durch, die man so an der Börse erleben kann.
Aber daran habe ich ja gar keine Schuld, mein Gehirn hat mir einen Streich gespielt.
Ich bin vollkommen unschuldig!
Denn anders als der homo oeconomicus habe ich keine rationalen Entscheidungen getroffen, sondern emotionale.
Und die Falle in die ich mehr als einmal getappt bin, ist jene, die die Psychologie als sunk cost fallacy oder auch Eskalierendes Commitment nennt.
Im Grunde sagt die Theorie nichts anderes, als dass du in ein bereits als falsch erwiesenes Investment weiter Geld versenkst statt die falsche Entscheidung einzugestehen und abzuhaken.
Du wirfst gutem Geld schlechtes hinterher.
Das alles in der Hoffnung sog. „kognitive Dissonanzen“ zu vermeiden. Du müsstest dir einen Fehler eingestehen. Das fühlt sich nie gut an, also hältst du lieber an der falschen Entscheidung fest.
Falls du dich tiefergehend damit auseinandersetzen willst, empfehle ich dir diesen Artikel.
Sonst reicht aber auch das Fazit:
The sunk cost fallacy turns past investments into psychological anchors that drag down future decisions. Remember: money, time, and effort you’ve already spent are gone, regardless of what you do next. The only question that matters is whether continuing forward is the best use of your future resources.
Your past investments are history. Your future choices are what count.
Aber die Frage ist ja eigentlich: Wie kannst du die Falle umgehen?
Klare Regeln
Eigentlich braucht es nicht viel, außer klaren Regeln für den Ein- und Ausstieg. Doch ist das – für die meisten Kleinanleger und Kleinanlegerinnen – vermutlich leichter gesagt als getan.
Wenn ich mich selbst beobachte, dann kaufe ich meist aus einem Impuls heraus. Ich habe einen spannenden Artikel gelesen oder einen spannenden Chart gesehen. Auf YouTube hat jemand eine Aktie analysiert oder die Analyse fremder Depots hat FOMO in mir verursacht.
Diese Impulse sind allerdings das absolute Gegenteil dessen, was der homo oeconomicus tun würde: Ich habe keine vollständigen Informationen. Ich handle nicht rational.
Das Gleiche gilt auch für den Verkauf. Viel zu oft stehe ich vor der Frage, wann der richtige Zeitpunkt für einen Ausstieg wäre. Gewinn früh realisieren und weitere Kursanstiege verpassen? Oder das Gegenteil: Verluste noch nicht realisieren, um die Erholung nicht zu missen?
Auch diese Entscheidungen treffe ich häufig nicht rational und sie basieren immer auf unvollständigen Information
Wirklich lösen kann mich von diesem Dilemma nur mit einem Set fester Regeln.
Etwa der Crash-Ausstieg-Einstieg-Regel von finanztest. Oder der Regel zur Gewinnrealisierung von Heiko Thieme.
Was für mich die richtigen Regeln sind? Weiß ich noch nicht.
Aber ich werde dran arbeiten.
Und bei dir?
Auf welche Regeln setzt du?
Lass es mich in den Kommentaren wissen!
Leseempfehlungen
The Sunk Cost Trap: Why We Throw Good Money After Bad – Why we stick with failing projects, and how to stop.
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