Antizyklisch
Kurz erklärt
Antizyklisch investieren bedeutet, bewusst gegen die vorherrschende Marktstimmung zu handeln – also zu kaufen, wenn die Mehrheit verkauft, und zu verkaufen, wenn die Mehrheit kauft.
Die Strategie beruht auf der Annahme, dass Märkte in beide Richtungen übertreiben. Panik drückt Kurse unter den fairen Wert, Euphorie treibt sie darüber. Wer antizyklisch handelt, will diese Abweichungen nutzen.
Praktisch heißt das: nachkaufen, während die Nachrichtenlage schlecht ist, und Gewinne mitnehmen, während sie glänzend erscheint. Beides läuft dem eigenen Bauchgefühl zuwider, weshalb die Strategie vor allem eine Frage der Disziplin ist. Vorab festgelegte Regeln, etwa gestaffelte Nachkäufe ab bestimmten Kursrückgängen, helfen dabei mehr als Intuition.
Das zentrale Risiko: Ein gefallener Kurs ist nicht automatisch günstig. Manche Unternehmen fallen, weil das Geschäftsmodell tatsächlich beschädigt ist. Ohne fundamentale Prüfung wird aus antizyklischem Kaufen ein Griff ins fallende Messer. Abzugrenzen ist der Ansatz vom Momentum-Investing, das genau umgekehrt auf bestehende Trends setzt.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.