Momentum
Kurz erklärt
Momentum bezeichnet die Stärke und Geschwindigkeit einer Kursbewegung sowie die daraus abgeleitete Beobachtung, dass sich Kurstrends über mittlere Zeiträume tendenziell fortsetzen.
In der technischen Analyse misst ein Momentum-Indikator, wie weit sich ein Kurs innerhalb einer festgelegten Zahl von Perioden bewegt hat. Nachlassendes Momentum bei weiter steigenden Kursen gilt als Warnsignal für eine mögliche Trendumkehr.
Momentum als Faktor
Über die Charttechnik hinaus ist Momentum einer der bekanntesten Faktoren der Kapitalmarktforschung. Untersuchungen seit den 1990er-Jahren zeigen, dass Aktien, die sich in den vergangenen drei bis zwölf Monaten überdurchschnittlich entwickelt haben, dazu neigen, das über einige Monate fortzusetzen. Auf dieser Beobachtung beruhen eigene Momentum-Indizes und ETFs.
Warum es unbequem ist
Momentum widerspricht der Intuition, günstig kaufen zu wollen – gekauft wird gerade das, was bereits gestiegen ist. Es ist damit das Gegenstück zum antizyklischen Investieren.
Die zentrale Schwäche sind Trendwendepunkte. Dreht der Markt abrupt, erwischt es Momentum-Strategien besonders hart, weil sie exakt in den bisherigen Gewinnern konzentriert sind. Dieses Muster ist als Momentum-Crash bekannt und hat sich in mehreren Marktwenden gezeigt.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.