Hebel-Zertifikat
Kurz erklärt
Ein Hebel-Zertifikat ist ein von einer Bank ausgegebenes Wertpapier, mit dem Anleger überproportional an den Kursbewegungen eines Basiswerts teilnehmen – in beide Richtungen.
Long-Varianten profitieren von steigenden, Short-Varianten von fallenden Kursen des Basiswerts. Der Hebel entsteht dadurch, dass der Anleger nur einen Bruchteil des Basiswerts finanziert, den Rest stellt der Emittent.
Knock-out-Schwelle
Die verbreitetste Bauart, das Knock-out-Zertifikat, enthält eine Barriere. Berührt der Basiswert diese Schwelle, verfällt das Papier sofort und meist wertlos – unabhängig davon, wie sich der Kurs danach entwickelt. Je höher der Hebel, desto näher liegt die Barriere am aktuellen Kurs.
Kosten und Risiken
Neben dem Spread fallen Finanzierungskosten an, die den Wert des Zertifikats laufend mindern. Das macht Hebel-Zertifikate für lange Haltedauern ungeeignet.
Hinzu kommt das Emittentenrisiko: Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen und kein Sondervermögen. Wird die emittierende Bank zahlungsunfähig, ist das Papier wertlos, selbst wenn der Basiswert sich wie erhofft entwickelt hat.
Hebel-Zertifikate sind Instrumente für kurzfristige, bewusst spekulative Positionen und setzen voraus, dass ein Totalverlust verkraftbar ist.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.