Hebel
Kurz erklärt
Der Hebel, englisch Leverage, bezeichnet den Einsatz von Fremdkapital oder Derivaten, um mit geringem Eigenkapital eine überproportional große Marktposition zu bewegen.
Ein Hebel von 10 bedeutet: Eine Position im Wert von 10.000 Euro lässt sich mit 1.000 Euro Kapitaleinsatz steuern. Steigt der Basiswert um 5 Prozent, entspricht das 50 Prozent Gewinn auf den Einsatz. Fällt er um 5 Prozent, sind 50 Prozent des Einsatzes verloren.
Wo Hebel entstehen
Über Wertpapierkredite, über Derivate wie Optionen, Futures und CFDs, über Hebel- und Knock-out-Zertifikate sowie unternehmensintern über Fremdfinanzierung, die den sogenannten Leverage-Effekt auf die Eigenkapitalrendite erzeugt.
Die Asymmetrie
Der entscheidende Punkt wird oft übersehen: Ein Verlust von 50 Prozent erfordert anschließend 100 Prozent Gewinn, um wieder auf Null zu kommen. Je höher der Hebel, desto kleiner die Kursbewegung, die zum Totalverlust führt – bei einem Hebel von 20 genügen 5 Prozent Bewegung in die falsche Richtung.
Bei manchen Instrumenten, etwa Futures oder kreditfinanzierten Positionen, kann der Verlust über den Einsatz hinausgehen und eine Nachschusspflicht auslösen. Bei Knock-out-Produkten und CFDs für Privatanleger in der EU ist der Verlust dagegen auf das eingesetzte Kapital begrenzt.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
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