Die Anleger haben durch die Vorbereitung auf Korrekturen bzw. den Versuch, diese vorherzusehen, weit mehr Geld verloren als durch die Korrekturen selbst.
Peter Lynch
Lynch leitete von 1977 bis 1990 den Fidelity Magellan Fund und erlebte in dieser Zeit mehrere heftige Einbrüche, darunter den Crash von 1987 – mitten im Urlaub, während sein Fonds in wenigen Tagen zweistellig verlor. Seine Lehre daraus war nicht, Korrekturen zu vermeiden, sondern sie auszuhalten.
Der Satz richtet sich gegen den ökonomisch teuersten Fehler vieler Privatanleger: aus Angst vor einer erwarteten Korrektur vorzeitig zu verkaufen – und dann beim Wiedereinstieg zweimal falsch zu liegen, weil sowohl der Ausstiegs- als auch der Einstiegszeitpunkt stimmen müssten.
Wahrheitsgehalt: gut mit Verhaltensdaten unterlegt. Wer nach einem Kursrückgang verkauft, realisiert den Verlust endgültig, statt ihn nur auf dem Papier zu tragen, und verpasst häufig die anschließende Erholung – historisch fällt ein bedeutender Teil der Jahresrendite auf sehr wenige, oft unmittelbar auf Einbrüche folgende Tage. Der Satz ist allerdings kein Freibrief für Sorglosigkeit: Er verteidigt das Aushalten, nicht das Ignorieren fundamentaler Risiken. Siehe auch Bärenmarkt.
