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Time in Market beats Timing the Market

Eine der meistzitierten Regeln der angelsächsischen Finanzratgeberliteratur, ohne einzelnen Urheber. Die Aussage: Wer investiert bleibt, schlägt auf lange Sicht fast immer jeden, der versucht, Ein- und Ausstiegszeitpunkte vorherzusagen.

Der Grund liegt in der Verteilung von Börsenrenditen: Sie konzentrieren sich auf verhältnismäßig wenige, oft überraschende Handelstage. Wer aus Vorsicht am Rand steht und diese Tage verpasst, gibt einen unverhältnismäßig großen Teil der Rendite auf – die schlechtesten und besten Tage lagen historisch oft dicht beieinander, mitten in der Krise statt danach.

Für Anleger ist der Satz die Grundlage für Sparpläne: Wer regelmäßig investiert, muss über den Einstiegszeitpunkt nicht mehr entscheiden.

Inhaltsverzeichnis

Warum Timing den Markt so schwierig ist

Den Markt zu timen erfordert, dass Anleger sowohl den optimalen Zeitpunkt zum Einsteigen als auch zum Aussteigen genau bestimmen können. Dies ist jedoch äußerst schwierig und selbst für erfahrene Investoren fast unmöglich. Hier sind einige Gründe, warum das Timing des Marktes so herausfordernd ist:

  1. Unvorhersehbarkeit: Finanzmärkte reagieren auf eine Vielzahl von Faktoren, darunter wirtschaftliche Daten, geopolitische Ereignisse und Marktpsychologie. Diese Faktoren sind oft unvorhersehbar und können sich schnell ändern.
  2. Emotionen: Emotionen wie Angst und Gier können rationales Handeln beeinträchtigen und zu schlechten Anlageentscheidungen führen.
  3. Kosten: Häufiges Kaufen und Verkaufen von Anlagen kann zu hohen Transaktionskosten und Steuerbelastungen führen, die die Renditen schmälern.

Vorteile des langfristigen Investierens

Langfristiges Investieren bietet mehrere Vorteile, die dazu beitragen können, die Risiken des Markt-Timings zu mindern:

  1. Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effekt): Durch regelmäßige Investitionen über einen längeren Zeitraum hinweg können Anleger vom Kostendurchschnittseffekt profitieren. Dies bedeutet, dass sie zu verschiedenen Preisen kaufen und so den Durchschnittspreis ihrer Investitionen senken.
  2. Zinseszins-Effekt: Langfristige Investitionen ermöglichen es Anlegern, vom Zinseszins-Effekt zu profitieren, bei dem die erzielten Erträge reinvestiert werden und so über die Zeit exponentiell wachsen.
  3. Reduzierte Volatilität: Langfristige Anleger sind weniger von kurzfristigen Marktschwankungen betroffen und können ihre Investitionen aussitzen, bis sich die Märkte erholen.

Historische Beweise für „Time in Market beats Timing the Market“

Zahlreiche Studien und historische Daten belegen, dass langfristiges Investieren in den meisten Fällen erfolgreicher ist als das Versuch, den Markt zu timen. Ein bekanntes Beispiel ist der S&P 500 Index, der die 500 größten börsennotierten Unternehmen in den USA abbildet. Historisch gesehen hat der S&P 500 über lange Zeiträume hinweg solide Renditen erzielt, trotz kurzfristiger Marktschwankungen und Krisen.

Um den Effekt von „Time in Market beats Timing the Market“ zu veranschaulichen, betrachten wir ein einfaches Beispiel: Zwei Anleger, A und B, investieren jeweils 10.000 USD in den S&P 500. Anleger A bleibt 20 Jahre lang kontinuierlich investiert, während Anleger B versucht, den Markt zu timen und dabei die 10 besten Handelstage in diesen 20 Jahren verpasst.

Wahrheitsgehalt: gut belegt, mit einer fairen Einschränkung. Rückrechnungen, die die stärksten Tage aus einem langen Betrachtungszeitraum herausnehmen, zeigen regelmäßig drastisch schlechtere Endergebnisse. Die Einschränkung: Die Berechnung setzt meist voraus, dass man sonst korrekt investiert gewesen wäre – ein Vergleich mit tatsächlichem Markttiming, nicht mit dem Belassen des Geldes auf dem Konto.

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