Lexikon keine Anlageberatung

Zinseszins-Effekt

Kurz erklärt

Der Zinseszins-Effekt beschreibt, dass bereits erwirtschaftete Erträge selbst wieder Erträge erzeugen, wodurch das Kapital nicht linear, sondern exponentiell wächst.

Wer 10.000 Euro zu 7 Prozent anlegt, hat nach einem Jahr 10.700 Euro. Im zweiten Jahr verzinsen sich nicht mehr 10.000, sondern 10.700 Euro. Nach zehn Jahren sind daraus rund 19.700 Euro geworden, nach dreißig Jahren gut 76.000 Euro – bei einfacher Verzinsung wären es nur 31.000 Euro.

Zeit schlägt Betrag

Der Effekt entfaltet seine Wirkung erst spät und dann umso heftiger. Der weit überwiegende Teil des Zuwachses entsteht in der zweiten Hälfte des Anlagezeitraums. Daraus folgt der praktisch wichtigste Schluss: Ein früher Beginn wiegt schwerer als eine hohe Sparrate.

Die 72er-Regel

Teilt man 72 durch den Zinssatz, ergibt sich näherungsweise die Zahl der Jahre bis zur Verdopplung. Bei 6 Prozent sind das rund 12 Jahre.

Auch in die andere Richtung

Derselbe Mechanismus wirkt bei Kosten und Schulden. Ein Prozentpunkt höhere Fondsgebühren mindert das Endvermögen über Jahrzehnte um einen Betrag, der weit über die Summe der gezahlten Gebühren hinausgeht – weil das entnommene Geld auch keine Erträge mehr erzeugt. Bei Aktien entsteht der Effekt über die Wiederanlage von Dividenden.

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Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.

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