Deflation
Kurz erklärt
Deflation bezeichnet einen anhaltenden Rückgang des allgemeinen Preisniveaus, durch den die Kaufkraft des Geldes steigt.
Deflation ist das Gegenteil von Inflation. Auf den ersten Blick klingt sie günstig – tatsächlich gilt sie unter Ökonomen als gefährlicher.
Die Abwärtsspirale
Wenn Verbraucher erwarten, dass Waren nächstes Jahr billiger sind, schieben sie Anschaffungen auf. Die Nachfrage sinkt, Unternehmen senken Preise und Produktion, kürzen Löhne oder entlassen Beschäftigte. Das drückt die Nachfrage weiter. Gleichzeitig steigt die reale Last bestehender Schulden, weil die Schuldsumme nominal gleich bleibt, das Einkommen zur Tilgung aber sinkt.
Warum Zentralbanken gegensteuern
Die EZB strebt eine Inflationsrate von 2 Prozent an – bewusst über null, um Abstand zur Deflation zu halten. Gegen deflationäre Tendenzen wirken Zinssenkungen und Anleihekäufe, allerdings stoßen beide an Grenzen, wenn der Leitzins bereits bei null liegt.
Historische Beispiele sind die Weltwirtschaftskrise ab 1929 und die langen Stagnationsjahre Japans nach 1990.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
Veröffentlicht am