Lexikon keine Anlageberatung

Leitzins

Kurz erklärt

Der Leitzins ist der von einer Zentralbank festgelegte Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei ihr Geld beschaffen oder Guthaben anlegen können.

Er ist das wichtigste geldpolitische Instrument. Über ihn steuert eine Zentralbank die Kosten des Geldes in der gesamten Wirtschaft.

Nicht ein Zins, sondern mehrere

Die EZB verwendet drei Sätze. Der Einlagesatz ist der Zins für Guthaben, die Banken bei der Zentralbank parken – er hat sich zum maßgeblichen Steuerungszins entwickelt. Der Hauptrefinanzierungssatz gilt für die reguläre Geldbeschaffung der Banken, der Spitzenrefinanzierungssatz für kurzfristige Übernachtkredite.

Die Übertragung in die Realwirtschaft

Ändert sich der Leitzins, verändern sich Interbankenzinsen wie der Euribor, anschließend Kredit- und Sparzinsen. Höhere Zinsen dämpfen Kreditaufnahme, Investitionen und Konsum und damit die Inflation. Niedrigere wirken umgekehrt. Diese Wirkung tritt mit erheblicher Verzögerung ein – oft dauert es mehrere Quartale.

Wirkung auf die Börse

Steigende Leitzinsen belasten Aktienkurse gleich mehrfach: Finanzierungen werden teurer, künftige Gewinne sind weniger wert, und Anleihen werden als Alternative attraktiver. Besonders betroffen sind hoch bewertete Wachstumsunternehmen. Märkte reagieren dabei meist auf die Erwartung künftiger Entscheidungen, nicht erst auf die Entscheidung selbst.

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Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.

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