Lexikon keine Anlageberatung

Leerverkauf

Kurz erklärt

Ein Leerverkauf ist der Verkauf geliehener Wertpapiere in der Erwartung, sie später günstiger zurückkaufen und zurückgeben zu können.

Der Ablauf: Der Leerverkäufer leiht sich Aktien gegen Gebühr, verkauft sie sofort am Markt und kauft sie später zurück. Fällt der Kurs zwischenzeitlich, ist die Differenz abzüglich Leihgebühr sein Gewinn. Steigt er, entsteht ein Verlust.

Das asymmetrische Risiko

Bei einem normalen Kauf ist der Verlust auf den Einsatz begrenzt – tiefer als null fällt kein Kurs. Beim Leerverkauf gilt das nicht: Der Kurs kann theoretisch unbegrenzt steigen, und damit auch der Verlust. Kommt es zu einem sprunghaften Anstieg, müssen Leerverkäufer zurückkaufen, was den Kurs weiter treibt. Diese Rückkopplung heißt Short Squeeze.

Hinzu kommt: Fällt in der Leihdauer eine Dividende an, muss der Leerverkäufer sie dem Verleiher ausgleichen.

Regulierung

In der EU sind ungedeckte Leerverkäufe von Aktien verboten – die Papiere müssen tatsächlich geliehen oder deren Beschaffung sichergestellt sein. Netto-Leerverkaufspositionen ab 0,1 Prozent des Grundkapitals sind der Aufsicht zu melden, ab 0,5 Prozent werden sie im Bundesanzeiger veröffentlicht. Diese Daten sind öffentlich einsehbar und zeigen, welche Titel besonders im Fokus von Leerverkäufern stehen.

Funktion am Markt

Leerverkäufe gelten trotz ihres Rufs als nützlich: Sie erhöhen die Liquidität und tragen dazu bei, überteuerte Bewertungen und Bilanzmanipulationen aufzudecken. Mehrere bekannte Bilanzskandale wurden zuerst von Leerverkäufern öffentlich gemacht.

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Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.

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