Tracking-Differenz
Kurz erklärt
Die Tracking-Differenz ist die tatsächliche Abweichung der Wertentwicklung eines ETF von der seines zugrunde liegenden Index über einen bestimmten Zeitraum.
Sie ist die aussagekräftigste Kostenkennzahl für ETFs – deutlich brauchbarer als die Gesamtkostenquote, weil sie das Endergebnis misst statt einzelner Gebührenbestandteile.
Was hineinfließt
Belastend wirken Verwaltungsgebühren, Handelskosten des Fonds beim Nachbilden des Index und nicht erstattungsfähige Quellensteuern. Entlastend wirken Erträge aus Wertpapierleihe, steuerliche Vorteile des Fondsdomizils und effiziente Umsetzung durch das Fondsmanagement.
Warum sie negativ sein kann
Fällt die Tracking-Differenz negativ aus, hat der ETF den Index geschlagen. Das ist kein Fehler, sondern das Ergebnis von Wertpapierleiheerträgen oder günstigerer Quellensteuerbehandlung. Vorkommen kann es bei ETFs auf US-Indizes mit irischem Fondsdomizil.
Praktischer Umgang
Aussagekräftig ist die Tracking-Differenz erst über mehrere Jahre – einzelne Jahre schwanken. Ein ETF mit höherer Gesamtkostenquote kann die bessere Tracking-Differenz aufweisen und damit die günstigere Wahl sein.
Nicht zu verwechseln ist sie mit dem Tracking Error, der die Schwankungsbreite dieser Abweichung misst und damit die Verlässlichkeit der Nachbildung, nicht ihre Höhe.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.