Replikation
Kurz erklärt
Die Replikation bezeichnet die Methode, mit der ein ETF die Wertentwicklung seines zugrunde liegenden Index nachbildet.
Ein Index ist eine Rechengröße, in die sich nicht direkt investieren lässt. Ein ETF muss seine Entwicklung deshalb nachbauen – dafür gibt es drei Verfahren.
Vollständige physische Replikation
Der ETF kauft alle Indexbestandteile in ihrer jeweiligen Gewichtung. Das ist die transparenteste Variante und bei überschaubaren Indizes wie dem DAX üblich. Bei sehr breiten Indizes wird sie aufwendig und teuer, weil auch winzige Positionen laufend nachgekauft werden müssen.
Sampling
Der ETF erwirbt nur eine repräsentative Auswahl, die das Verhalten des Index möglichst genau nachbildet, und lässt sehr kleine oder illiquide Titel weg. Das senkt die Handelskosten, erzeugt aber eine gewisse Abweichung. Bei breiten Weltindizes ist Sampling der Regelfall.
Synthetische Replikation
Statt Wertpapiere zu kaufen, schließt der ETF einen Tauschvertrag mit einer Bank: Diese liefert die Indexrendite, der ETF gibt im Gegenzug die Erträge eines Sicherheitenportfolios ab. Vorteil ist die sehr genaue Indexnachbildung, auch bei schwer zugänglichen Märkten und Rohstoffen. Nachteil ist das Kontrahenten-Risiko, das durch UCITS-Grenzen und Besicherung stark begrenzt, aber nicht beseitigt wird.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Aussagekräftiger als die Replikationsart selbst ist die Tracking-Differenz – die tatsächliche Abweichung der ETF-Rendite vom Index über mehrere Jahre. Sie umfasst Kosten, Steuereffekte und Erträge aus Wertpapierleihe. Alle drei Varianten sind Sondervermögen und bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.