Rezession
Kurz erklärt
Eine Rezession ist eine Phase deutlich rückläufiger Wirtschaftsleistung, die technisch häufig über zwei aufeinanderfolgende Quartale mit sinkendem Bruttoinlandsprodukt definiert wird.
Die Zwei-Quartale-Regel ist eine verbreitete Faustformel, keine offizielle Definition. In den USA entscheidet ein Ausschuss des National Bureau of Economic Research anhand mehrerer Indikatoren – Beschäftigung, Einkommen, Produktion, Konsum –, ob eine Rezession vorliegt, teils mit erheblicher zeitlicher Verzögerung.
Typischer Verlauf
Nachfrage und Produktion gehen zurück, Unternehmen verschieben Investitionen, die Arbeitslosigkeit steigt – meist verzögert, weil Personal zunächst gehalten wird. Zentralbanken senken üblicherweise die Zinsen, Regierungen erhöhen Ausgaben.
Wirkung auf die Börse
Aktienmärkte nehmen Rezessionen vorweg. Historisch begannen Kursrückgänge, bevor die Wirtschaftsdaten schwach wurden, und die Erholung setzte ein, während die Nachrichtenlage noch düster war. Wer auf die offizielle Feststellung einer Rezession wartet, reagiert regelmäßig zu spät – in beide Richtungen.
Betroffen sind Branchen unterschiedlich stark: Zyklische Werte geraten deutlich stärker unter Druck als defensive Bereiche wie Basiskonsum, Versorger und Gesundheit.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.