Überzeichnung
Kurz erklärt
Eine Überzeichnung liegt vor, wenn bei der Emission eines Wertpapiers mehr Stücke gezeichnet werden, als tatsächlich angeboten sind.
Der Fall tritt vor allem bei Börsengängen und Anleiheemissionen auf. Liegen für eine Million angebotene Aktien Zeichnungswünsche über fünf Millionen Stück vor, ist die Emission fünffach überzeichnet.
Folgen für die Zuteilung
Da nicht alle bedient werden können, muss zugeteilt werden – anteilig, nach Losverfahren oder nach Ermessen der begleitenden Banken. Institutionelle Investoren werden dabei häufig bevorzugt; Privatanleger erhalten oft nur einen Bruchteil der gewünschten Stücke oder gehen leer aus.
Was sie signalisiert
Eine Überzeichnung gilt als Zeichen hoher Nachfrage und führt regelmäßig dazu, dass der Ausgabepreis am oberen Ende der Preisspanne festgesetzt wird. Am ersten Handelstag folgt häufig ein Kurssprung.
Zwei Einschränkungen gehören dazu: Zeichnungswünsche sind keine verbindlichen Käufe, weshalb Zeichnungsvolumina die tatsächliche Nachfrage überzeichnen können. Und ein starker erster Handelstag sagt nichts über die weitere Entwicklung – viele mehrfach überzeichnete Neuemissionen notierten Monate später unter dem Ausgabepreis.
Das Gegenstück ist die Unterzeichnung, bei der die Emission nicht vollständig platziert werden kann.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
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