Innerer Wert
Kurz erklärt
Der innere Wert bezeichnet bei Aktien den aus Fundamentaldaten abgeleiteten tatsächlichen Wert eines Unternehmens und bei Optionen den Betrag, um den ein Derivat aktuell im Geld liegt.
Der Begriff hat zwei klar getrennte Bedeutungen, die häufig verwechselt werden.
Bei Aktien
Der innere Wert ist der Wert, den ein Unternehmen aus Sicht des Analysten hat, unabhängig vom Börsenkurs. Ermittelt wird er über Bewertungsverfahren wie das Discounted-Cashflow-Modell oder Ertragswertmethoden. Liegt der Kurs darunter, gilt die Aktie als unterbewertet – das ist der Kerngedanke des Value-Investing. Der innere Wert ist keine objektive Größe: Er hängt vollständig von den zugrunde gelegten Annahmen ab, und zwei Analysten kommen für dasselbe Unternehmen regelmäßig zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Nicht zu verwechseln ist er mit dem Buchwert, der lediglich das bilanzielle Eigenkapital abbildet.
Bei Optionen und Optionsscheinen
Hier ist der innere Wert exakt berechenbar: die Differenz zwischen Kurs des Basiswerts und Basispreis, sofern sie zugunsten des Inhabers ausfällt. Bei einem Call mit Basispreis 100 und einem Kurs von 110 beträgt der innere Wert 10. Liegt der Kurs darunter, ist der innere Wert null. Die Differenz zum Marktpreis der Option ist der Zeitwert.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
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