Zeitwert
Kurz erklärt
Der Zeitwert ist der Teil des Preises einer Option oder eines Optionsscheins, der über den inneren Wert hinausgeht und die verbleibende Chance auf eine günstige Kursentwicklung abbildet.
Der Preis eines Optionsscheins setzt sich aus innerem Wert und Zeitwert zusammen. Notiert ein Call mit Basispreis 100 bei einem Aktienkurs von 110 und kostet 14 Euro, entfallen 10 Euro auf den inneren Wert und 4 Euro auf den Zeitwert.
Was ihn bestimmt
Je länger die Restlaufzeit, desto mehr kann noch passieren – und desto höher der Zeitwert. Ebenso wirkt die erwartete Schwankungsbreite des Basiswerts: Steigt die implizite Volatilität, steigt der Zeitwert, auch ohne Kursbewegung. Am höchsten ist er, wenn der Kurs nahe am Basispreis liegt.
Zeitwertverfall
Der Zeitwert schmilzt bis zum Verfallstag zwangsläufig auf null, und zwar in den letzten Wochen deutlich beschleunigt. Für den Käufer arbeitet die Zeit damit dauerhaft gegen die Position; für den Stillhalter ist genau dieser Verfall die Ertragsquelle.
Praktische Folge: Eine Option kann an Wert verlieren, obwohl sich der Basiswert in die erwartete Richtung bewegt hat – wenn die Bewegung zu schwach war oder die Volatilität gleichzeitig gesunken ist.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.