Restlaufzeit
Kurz erklärt
Die Restlaufzeit ist der Zeitraum, der von heute an bis zur Fälligkeit oder zum Verfall eines Finanzinstruments verbleibt.
Die Restlaufzeit ist keine Nebeninformation, sondern beeinflusst den Wert eines Papiers unmittelbar – bei Anleihen und Derivaten allerdings auf unterschiedliche Weise.
Bei Anleihen
Je länger die Restlaufzeit, desto stärker reagiert der Kurs auf Zinsänderungen. Diese Empfindlichkeit wird über die Duration gemessen. Eine zehnjährige Anleihe verliert bei steigenden Zinsen deutlich mehr an Wert als eine zweijährige. Umgekehrt nähert sich der Kurs mit abnehmender Restlaufzeit dem Nennwert an, weil die Rückzahlung näher rückt.
Bei Anleihe-ETFs ist die durchschnittliche Restlaufzeit des Portfolios deshalb die zentrale Kennzahl für das Zinsänderungsrisiko.
Bei Optionen und Optionsscheinen
Hier arbeitet die Zeit gegen den Käufer. Der Zeitwert nimmt mit abnehmender Restlaufzeit ab, und zwar in den letzten Wochen vor Verfall beschleunigt. Eine Position kann allein durch Zeitablauf wertlos werden, obwohl sich der Basiswert kaum bewegt hat. Wer Optionsscheine kauft, braucht deshalb nicht nur die richtige Richtung, sondern auch den passenden Zeitrahmen.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
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