Neobroker
Kurz erklärt
Ein Neobroker ist ein rein digitaler, app-basierter Wertpapierbroker, der den Handel mit stark vereinfachter Bedienung und sehr niedrigen Gebühren anbietet.
Neobroker haben den deutschen Depotmarkt seit Ende der 2010er-Jahre grundlegend verändert. Zu den bekanntesten zählen Trade Republic und Scalable Capital.
Das Konzept
Bedienung ausschließlich über App oder Weboberfläche, kein Filialnetz, keine Anlageberatung, oft nur ein einziger Handelsplatz. Kostenlose ETF-Sparpläne und Sparraten ab wenigen Euro haben den Einstieg für Kleinanleger deutlich vereinfacht.
Das geänderte Erlösmodell
Lange finanzierten Neobroker ihre Preise über Payment for Order Flow – Rückvergütungen von Handelsplätzen für die Weiterleitung von Kundenorders. In der EU ist diese Praxis seit dem 1. Juli 2026 vollständig verboten, nachdem die deutsche Übergangsausnahme ausgelaufen war. Die Anbieter setzen seither verstärkt auf Abomodelle, Ordergebühren, Zinserträge auf Kundenguthaben und eigene Handelssysteme.
Worauf zu achten ist
Die Anbindung an nur einen Handelsplatz bedeutet, dass sich die Ausführungsqualität nicht durch die Wahl der Börse verbessern lässt – ein Vergleich der Gesamtkosten inklusive Spread lohnt. Weitere Punkte: Umfang des Angebots, Qualität der Jahressteuerbescheinigung, Erreichbarkeit des Supports und wo Guthaben auf dem Verrechnungskonto verwahrt und wie es abgesichert ist.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
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