Abgeltungssteuer
Kurz erklärt
Die Abgeltungssteuer ist eine pauschale Steuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, die in Deutschland auf private Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne erhoben wird.
Die Abgeltungssteuer regelt die Besteuerung privater Kapitalerträge in Deutschland. Sie gilt seit 2009 und erfasst Zinsen, Dividenden, Fondsausschüttungen sowie Gewinne aus dem Verkauf von Aktien, ETFs und anderen Wertpapieren. Der Steuersatz beträgt einheitlich 25 Prozent, hinzu kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Steuerschuld und bei Kirchenmitgliedschaft die Kirchensteuer. Die Gesamtbelastung liegt damit bei 26,375 Prozent, mit Kirchensteuer bei rund 28 Prozent.
Warum "Abgeltung"
Bank oder Broker behalten die Steuer beim Zufluss automatisch ein und führen sie an das Finanzamt ab. Damit ist die Steuerschuld abgegolten – Kapitalerträge müssen in der Steuererklärung grundsätzlich nicht mehr angegeben werden. Der persönliche Einkommensteuersatz spielt dabei keine Rolle. Im Gesetzestext heißt die Steuer korrekt "Abgeltungsteuer" mit einem s; die Schreibweise mit Doppel-s hat sich umgangssprachlich durchgesetzt.
Sparer-Pauschbetrag nutzen
Kapitalerträge bleiben bis zum Sparer-Pauschbetrag steuerfrei: 1.000 Euro pro Person und Jahr, 2.000 Euro bei gemeinsam veranlagten Paaren (Stand 2026). Damit die Bank den Freibetrag anwendet, benötigt sie einen Freistellungsauftrag. Ohne ihn wird ab dem ersten Euro Steuer einbehalten; zurückholen lässt sie sich nachträglich über die Anlage KAP der Steuererklärung.
Günstigerprüfung
Liegt der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent, kann sich die Günstigerprüfung lohnen. Das Finanzamt rechnet die Kapitalerträge dann mit dem individuellen Satz ab und erstattet die Differenz. Beantragt wird sie ebenfalls über die Anlage KAP.
Hinweis: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Erklärung von Fachbegriffen und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
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